Aus dem Nähkästchen geplaudert – hier weiter lesen

Zur gepflegten Dame des 19. Jahrhunderts gehörte ein Nähkästchen genauso dazu, wie zur Business-Frau heute das Schminkköfferchen. Gemeinsam traf man sich zum Häkeln und Stricken und tauschte neben Zwirn und Faden gleich die neuesten Geschichten aus. Im alten Bauernhaus fand ich neben vielem Unrat auch dieses wunderschöne Schwarzwaldkästchen, was ich umgehend meinen Gästen von ANNAS Scheune zur Verfügung stellte. IMG_6664Das Nähkästchen war ein Accessoire, dass für gewöhnlich nie in Männerhände fiel. Zwischen Nadel und Faden lag daher so manches Geheimnis verborgen. Es war nicht nur der Aufbewahrungsort für Handwerkszeug, sondern eignete sich hervorragend, um geheime Briefe oder persönlichen Krimskrams zu verstecken. Ich fand in dem Nähkästchen einen lustigen Hinweis und dachte mir, wie schade, dass es die Firma Ramie schon seit Jahrzehnten nicht mehr gibt. Ich hätte doch glatt versuchen können, diesen uralten Gutschein dort ein zu lösen. IMG_6665Auch ich möchte heute ein kleines Geheimnis lüften. Klang und heimlich habe ich zu Beginn des Jahres mit einem neuen Bauvorhaben begonnen. Nach dem wundervollen Start letzten Sommer mit ANNAS SCHEUNE und all den lieben Gästen und fantastischen Begegnungen geht es nun frohen Mutes in den nächsten Bauabschnitt. Mein Ziel ist es, im nächsten Frühling mit dem neuen Projekt ANNAS ORANGERIE in die Vermietung zu gehen. Der alte Ökonomieteil, wo früher die Kühe, Pferde, Schweine und Hasen lebten, wurde in den letzen Monaten bis auf die Grundmauern entkernt und völlig neu aufgebaut. Bis jedoch das zweite Ferienhaus fertig ist, bedarf es noch sehr viel Herzblut und jede Menge Handarbeit.

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Die einstige Besitzerin von ANNAS SCHEUNE, Anna Schätzle, soll über einen grünen Daumen verfügt haben. Sie starb vor über vierzig Jahren, aber in Ihren jungen Jahren soll sie für den Park im Schloss in Buchholz Jungpflanzen gezogen haben. Zumindest habe ich das einem alten Tagebucheintrag entnehmen können. Darin schrieb sie auch „wie sehr träume ich von einer Orangerie, um den vielen nicht winterharten Raritäten vom Schloss gebührende Aufmerksamkeit zu erweisen.“

Das war für mich die Inspiration, eine „Orangerie“ Anna Schätzle zu Ehren zu bauen. Keine im klassischen Sinn, sondern eher eine, in der die Zeit still zu stehen scheint. Ich träume von warmen Sonnenstrahlen, welche durch die geschliffenen Gläser der Sprossenfenster auf dem Boden tänzeln, von wehenden Leinenvorhängen und den sinnlichen Duft nach Orangenblüten, von Vogelgezwitscher unterstrichen von sanfter klassischer Musik und den ätherischen Ölen, die der Lavendel verströmt…

Vor einigen Monaten stieß ich per Zufall (wenn man an Zufälle glaubt) auf dieses wunderschöne Ölbild. Dazu muss ich sagen, dass ich großer Fan von Balthazar van der Ast bin, einem großen niederländischen Maler von Stilleben aus dem 16. Jahrhundert. Dieses antike Ölbild erinnert mich sehr an die Arbeiten van der Ast und mir kam gleich die Idee, auf einer Wand ein großes florales Stilleben in ANNAS ORANGERIE malen zu lassen. So kam eines zum anderen und ich kann es kaum erwarten, bis ANNAS ORANGERIE fertig ist. Diese Ölbild erhält selbstverständlich in dem neuen Ferienhaus einen Ehrenplatz. Kabel für entsprechende Beleuchtung ragen jedenfalls schon frech aus der Wand. IMG_7100Was wohl Anna Schätzle dazu sagen würde…

Ein Kommentar

  • Hallo Ines,
    Schön wieder von einem neuen Projekt hier bei uns zu lesen…wie immer in Deinem hervorragenden Stil! Da bin ich gespannt.
    Und natürlich hat mich die Geschichte um das Nähkästchen fasziniert….wie sollte es auch anders sein….nach dem Pinsel, kam ja die Handarbeit bei mir.
    Liebe Grüße
    Nicole

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